
One Voice
One Voice ist ein waschechter Popchor und seit neun Jahren eine feste Größe in der Stadt. Von Shut up and Dance with me und A Million Dreams aus The Greatest Showman bis hin zu Bohemian Rhapsody und Yellow von Coldplay stehen Hits aus verschiedenen Epochen der Popmusik auf dem Programm.
Die Chorleiterin Kerstin Tölle stand selbst als Musical-Darstellerin auf der Bühne und dementsprechend geht es nicht nur darum, brav das Repertoire abzuspulen. Ihr ist wichtig, dass der Chor groovt und sich auf der Bühne nicht hinter den Noten versteckt. One Voice singt auswendig, gern auch mal mit eingängigen Choreografien und unter Einbeziehung des Publikums. Gesucht werden zur Verstärkung noch Männerstimmen.
Für die Teilnahme gibt es keine Altersbegrenzung.
Probe: alle 14 Tage samstags von 14.30 bis 16.30 Uhr
Kosten: 50,00 € pro Spielzeit
Kontakt: Kerstin Tölle | kerstin.toelle(at)bielefeld.de
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Interview mit Kerstin Tölle
»Ich liebe es, mit Menschen Musik zu machen«
Liebe Kerstin, wie kam es dazu, dass One Voice entstanden ist?
Die Idee kam mir, als wir ein Schrittmacher-Community Dance Projekt mit Geflüchteten gemacht haben. Unsere Tanzprojekte dauern immer ca. 6 Wochen und ich hatte das Gefühl, dass gerade tolle zwischenmenschliche Kontakte entstanden waren, als das Projekt vorbei war. Dann hatte ich die Idee, dass ich – ganz privat – einen kleinen Chor gründen könnte, sodass man Menschen langfristig zusammenbringen kann.
Ich bin dann ganz naiv zu unserem damaligen Intendanten Michael Heicks ins Büro gegangen bin und habe gefragt, ob ich nicht ab und zu einen Raum im Theater haben könnte, um einen kleinen Projektchor zu gründen. Seine Antwort war: Was für eine tolle Idee! Mach das doch als offizielles Vermittlungsprojekt fürs Theater! Und zack, stand ich das bei der ersten Probe mit 120 Menschen!
Was macht dir daran so Spaß und was ist vielleicht eine Herausforderung?
Ich liebe es, mit Menschen Musik zu machen. Vor allem den Moment, wenn man eine kniffelige Stelle in einem Song endlich zum Klingen gebracht hat! Ganz besonders wärmt mein Herz das Strahlen auf den Gesichtern, wenn die Menschen nach der Probe den Chorsaal verlassen. Selbst wenn jemand vor der Probe müde und gestresst ins Theater gekommen ist, auf dem Weg nach Hause sieht alles ganz anders aus. Das ist eine »Super-Power«, die das gemeinsam Singen hat.
Die Herausforderung ist natürlich, alle 75 Sänger*innen abzuholen und mitzunehmen, zumal es ja ein offenes Angebot ist und es kein Vorsingen gibt. Dementsprechend heterogen sind die gesanglichen Vorkenntnisse. Ich suche dementsprechend immer nach Arrangements und Repertoire, das uns zwar fordert, aber nicht überfordert und suche nach Stücken, die alle mögen.
Wie läuft so eine Probe ab, wenn ihr samstags zusammenkommt?
In der Regel starten wir mit einem gemeinsamen Warm Up. Da kann jede*r erstmal ankommen und die Stimme warmmachen. Dann singen wir auf jeden Fall einen Song, den wir schon können, um uns über den gemeinsamen Klang zu freuen und dann beginnt die eigentliche Arbeit am Repertoire. Meistens haben wir zwei neue Songs parallel in Arbeit, sodass wir uns nicht nur an einem Lied festbeißen.
Zum Ende der Probe singen wir mindestens noch ein Lied aus dem bestehenden Repertoire, um das frisch zu halten und dann gehen wir beschwingt nach Hause (oder noch einen Kaffee in der Kantine trinken).
Eine besonders schöne Anekdote/Erinnerung mit One Voice?
Das gibt es so viele tolle Momente, sodass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Besonders sind natürlich die Momente, wo wir gemeinsam auf der Bühne stehen.
In der Spielzeit 2024/25 haben wir bei der Schauspielproduktion Fahrenheit 451 mitgewirkt. Dabei war ein Teil der Sänger*innen auch choreografisch involviert und es gab eine wilde Verfolgungsszene. Wir kamen dann immer völlig atemlos auf der Seitenbühne an, wo die restlichen Sänger*innen schon mit Wasserflaschen auf uns gewartet haben, sodass wir noch einen Schluck trinken und dreimal tief durchatmen konnten, bevor es wieder auf die Bühne ging.
In solchen Produktionen ist es immer ein bisschen wie »Täglich grüßt das Murmeltier«, weil es immer dieselben Abläufe und Rituale sind. Das mag ich sehr.