Nils Wanderer
Countertenor
Biografie
Nils Wanderer ist Countertenor, Performer und Kurator. Er gilt als einer der profiliertesten Vertreter seines Fachs und wird international für die besondere Klangfarbe, Ausdruckstiefe und theatrale Präsenz seiner Stimme geschätzt. Er ist Gewinner des Bundeswettbewerbs Gesang sowie des Operalia-Wettbewerbs, einem der weltweit renommiertesten Gesangswettbewerbe.
In der Spielzeit 2026/27 kehrt Nils Wanderer zu einer seiner Paraderollen zurück: Oberon in Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream bei den Glyndebourne Festival Opera, in der legendären Inszenierung von Peter Hall. Weitere Engagements der Saison führen ihn als Athamas in Händels Semele an die Opera Atlanta und die Komische Oper Berlin sowie zu seinem Rollendebüt als Prince Go-Go in Ligetis Le Grand Macabre an der Staatsoper Berlin. Im Mai 2026 gibt Nils Wanderer sein Debüt an der Metropolitan Opera New York als Leonardo in einer Neuproduktion von El Último Sueño de Frida y Diego von Gabriela Lena Frank (Regie: Deborah Colker, Musikalische Leitung: Yannick Nézet-Séguin).
Auch im Konzert- und Liedbereich ist Nils Wanderer international gefragt. Er debütiert am Brucknerhaus Linz mit einem Liederabend gemeinsam mit dem Pianisten Daniel Heide. Das Programm Wanderer Between the Worlds verbindet unterschiedliche musikalische Genres und umfasst neben klassischem Repertoire auch eigene Kompositionen. Darüber hinaus arbeitet er erneut mit dem Orchestre Symphonique de Québec im genreübergreifenden Programm L’expérience Nils Wanderer, das Musik von Johann Sebastian Bach bis Leonard Cohen vereint.
Neben seiner Tätigkeit als Sänger engagiert sich Nils Wanderer intensiv als Kurator und künstlerischer Leiter – etwa beim Festival „Wanderer zwischen den Welten“ in Ingersheim, das sich bewusst an den Schnittstellen von Neuer Musik, Alter Musik, Performance und interdisziplinären Formaten bewegt. Mit seinem eigenen Projekt WANDERER entwickelt er elektronisch-performative Arbeiten, in denen Stimme, Live-Elektronik, barocke Klangwelten, Raum und Text miteinander verschmelzen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Konzertreihe „Heimat“, die er gemeinsam mit dem Lautenisten Johannes Ötzbrugger realisiert. In diesem Projekt setzt sich Wanderer mit Fragen von Herkunft, Identität und Zugehörigkeit auseinander und verbindet intime historische Klangräume mit einer zeitgenössischen Perspektive.
Darüber hinaus ist Nils Wanderer Botschafter der Deutschen AIDS-Stiftung und engagiert sich seit vielen Jahren in queeren künstlerischen und gesellschaftlichen Kontexten. Er versteht Musik nicht nur als ästhetische Praxis, sondern auch als gesellschaftlichen Resonanzraum, der Verantwortung übernimmt und Gegenwart reflektiert.
© Foto: Guido Werner