Quinzessenz 2025/26
Starke Resonanz und Impulse für die Zukunft
Mit vielen Höhepunkten und Auszeichnungen sowie einer positiven Publikums- und Einnahmenentwicklung können die Bühnen und Orchester Bielefeld auf eine erfolgreiche Spielzeit 2025/26 zurückblicken. Die erste Saison unter der alleinigen Intendanz von Nadja Loschky sowie mit Robin Davis als neuem Generalmusikdirektor stand gleichermaßen für künstlerische Strahlkraft, gesellschaftliche Öffnung und die konsequente Weiterentwicklung eines modernen Theater- und Konzertbetriebs. Mit rund 265.000 Besucher*innen bei 936 Veranstaltungen haben die Bühnen und Orchester ihre Reichweite erneut ausgebaut und über 4.000 Gäste mehr als in der vorangegangenen Saison begrü.t. Gleichzeitig verzeichnet das Haus ein Plus bei den eigenen Einnahmen, die mit insgesamt rund 4,7 Mio. EUR über 200.000 EUR höher liegen als in der Spielzeit 2024/25. Auch die Zahl der Abonnent*innen sowie der Inhaber*innen der Theatercard ist erneut gewachsen und zeugt von der engen Bindung zwischen Publikum und den Bühnen und Orchester Bielefeld. »Diese Spielzeit hat wieder gezeigt, welches Potenzial in unserem Haus steckt – getragen von der Kreativität, Leidenschaft und dem Engagement aller Mitarbeitenden. Gemeinsam ist es uns gelungen, Kunst auf einem hohen Niveau mit neuen Impulsen für Teilhabe, Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit zu verbinden«, sagt Intendantin Nadja Loschky.
Auch überregional fanden die Bühnen und Orchester große Beachtung, unter anderem mit Matthew Wilds Inszenierung von »Peter Grimes«, mit der er für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert wurde – eine der bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Theaterlandschaft. Darüber hinaus überzeugten die Bühnen und Orchester national und international mit innovativer Kommunikationsgestaltung: Beim renommierten Red Dot Design Award erhielten gleich zwei Arbeiten der Bielefelder Designagentur beierarbeit für die Bühnen und Orchester die höchste Auszeichnung »Best of the Best«. Hinzu kamen weitere Preise unter anderem des Art Directors Club Deutschland sowie bei der The One Show und dem Art Directors Club New York. Künstlerisch konnte das Profil des Hauses mit außergewöhnlichen Produktionen in allen Sparten weiterentwickelt werden. Die spartenübergreifende Inszenierung »Kassandra« wurde als »außergewöhnliches Stück Theater« (Die deutsche Bühne) gefeiert. Die Lichtspieloper »Le Grand Macabre«, mehrere Uraufführungen zeitgenössischer Dramatik sowie innovative Tanzproduktionen unterstrichen den Anspruch, neue Formate zu entwickeln und aktuelle gesellschaftliche Themen aufzugreifen.
Mit Robin Davis begann zugleich eine neue Ära bei den Bielefelder Philharmonikern. Seine Konzerte wurden von Publikum und Presse gleichermaßen begeistert aufgenommen. Der vielfach beschriebene »Robin-Davis-Effekt« sorgte für neue Besucher*innen und große Resonanz auf das Konzertprogramm. Ein besonderer Höhepunkt war das 125-jährige Jubiläum der Bielefelder Philharmoniker mit einem vielfältigen Festprogramm für die gesamte Stadt. Mit der Gründung der Bisegger-Orchesterakademie wurde zudem ein nachhaltiges Zeichen für die Förderung des musikalischen Nachwuchses gesetzt.
Die Rudolf-Oetker-Halle hat sich mit vielfältigen Veranstaltungen im Großen und Kleinen Saal sowie im Foyer längst als Institution für Stadtklang, Weltklasse und Experiment etabliert. So präsentierte sich das Konzerthaus in dieser Spielzeit zum Beispiel bei »Ready.Set.Listen!« als lebendiger Ort der Stadtgesellschaft, sorgte für ausverkaufte Säle u.a. bei den Veranstaltungen mit dem Konzerthausorchester Berlin, Götz Alsmann und Nils Landgren und wurde durch weitere Formate wie die »Noctune«-Reihe, Jazzkonzerte und Talkrunden erneut zu einem Resonanzraum, der Austausch und Begegnung förderte.
Neben den künstlerischen Erfolgen wurden wichtige Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Hauses gelegt. Die Bühnen und Orchester erhielten Fördermittel aus dem Programm »Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen« der Kulturstiftung des Bundes, mit denen laufende Transformationsprozesse weiterentwickelt werden können. Zugleich wurden im Rahmen des Landesprogramms »Publikum.Personal.Programm« nachhaltige Strukturen für Diversität, Personalentwicklung und kulturelle Teilhabe geschaffen. Zusätzlich wird das »Bielefelder Studio« dank einer Verstetigungszusage des Landes Nordrhein-Westfalen langfristig fortgeführt und bleibt ein wichtiger Motor für spartenübergreifendes Arbeiten und Innovation. »Die erfolgreiche Akquise von Fördermitteln aus Bund und Land sowie konsequente Organisationsentwicklung sind unter den herausfordernden Rahmenbedingungen immens wichtig, um wichtige Impulse für die Zukunft unseres Theater- und Konzertbetriebs setzen zu können«, sagt Verwaltungsdirektorin Stefanie Niedermeier.
Die Öffnung in die Stadt wurde in allen Bereichen konsequent fortgesetzt. Produktionen und Konzerte fanden in Museen, Stadtteilen, Schulen und Kindertageseinrichtungen statt. Neue Gesprächsformate, partizipative Projekte sowie die Arbeit des Teams Vermittlung stärkten den Dialog mit der Stadtgesellschaft und eröffneten Menschen aller Altersgruppen den Zugang zu Kunst und Kultur. Insgesamt haben sich die Bühnen und Orchester Bielefeld sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich und strukturell erfolgreich weiterentwickelt.