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A Child of Our Time

5. Symphoniekonzert

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Michael Tippett (1905–1998)
A Child of Our Time 
Oratorium für Soli, Chor und Orchester

 

Ein 17-jähriger Jugendlicher, der im Ausland lebt, erfährt, dass seine Familie zuhause verschleppt, in ein Lager gebracht und ermordet wurde. Seine Fassungslosigkeit und Trauer werden zu Rachsucht, er radikalisiert sich – und verübt ein Attentat auf einen hohen Politiker der Regierung, die für die Ermordung verantwortlich ist. Das klingt nach einem aktuellen Szenario, geschah aber 1938 in Paris. Der junge Herschel Grynszpan, Spross einer in Polen lebenden jüdischen Familie, tötete den deutschen Botschafter Ernst vom Rath. Fatalerweise bewirkte Grynszpans Wagemut das Gegenteil dessen, was er sich möglicherweise erhofft hatte: Die Nazi-Regierung in Berlin nahm dies Ereignis zum Anlass, am 9. November 1938 im Zuge der »Reichspogromnacht« unzählige Synagogen zu zerstören und tausende Mitbürger*innen jüdischen Glaubens niederzumetzeln.

Der britische Komponist Michael Tippett erfuhr von diesen Vorgängen und komponierte als Reaktion darauf zwischen 1939 und 1941 sein Oratorium A Child of Our Time. Da er als überzeugter Pazifist den Waffendienst im Zweiten Weltkrieg verweigerte, kam er ins Gefängnis – und sein Oratorium blieb bis 1944 liegen, erst dann wurde es uraufgeführt. Formal lehnte sich Tippett an barocke Vorbilder wie Georg Friedrich Händels Messiah oder Johann Sebastian Bachs Passionen an. Er schrieb das Libretto selbst, verhandelte darin das Geschehen um Grynszpan, den er allerdings anonymisiert, und reflektierte es. Wo bei Bach Choräle ertönen, die in barocken Oratoriumsaufführungen die Funktion hatten, die Gemeinde anhand bekannter Liedmelodien sich gleichsam mit abgebildet zu sehen, fügte Tippett an fünf Schlüsselstellen schlichte Spirituals ein. Im 19. Jahrhundert in den USA als verschlüsselter Protest gegen die Sklaverei entstandenund durch ihre meist alttestamentlichen Texte auch mit dem Judentum verknüpft, erhielten die Spirituals in A Child of Our Time die universale Bedeutung der Auflehnung gegen jedwede Unterdrückung. Damit ist Tippetts Ein Kind unserer Zeit genau, was der Titel erzählt – nämlich zeitlos.

  • Erster Termin ist am 12.02.2027
  • Spielort Rudolf-Oetker-Halle Lampingstr. 16 33615 Bielefeld
  • Einführung um 19:15 Uhr im Kleinen Saal

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Als musikalisches Zentrum Bielefelds und der Region OstWestfalenLippe präsentiert das Konzerthaus ein vielschichtiges Programm: Im Großen Saal, Kleinen Saal und im Foyer finden Werke des klassisch-tradierten Repertoires ebenso ihren Platz wie virtuose Jazzsessions oder progressive Formate eines innovativen Musiklebens. Zugleich ist das Haus ein Ort des lebendigen Dialogs, ein Treffpunkt für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch – über Musik, über Kunst und darüber hinaus. 

Die Bielefelder Philharmoniker bilden als Residenzorchester den programmatischen Mittelpunkt des Konzerthauses. Das musikalische Spektrum wird durch internationale Gastorchester, -ensembles und -solist*innen sowie vielversprechende Nachwuchskünstler*innen synergetisch ergänzt.